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Martin Suter: Ein und Alles

· Redaktion eBooks & Bücher

Martin Suter hat einen neuen Roman geschrieben, und diesmal ist es kein Fall für seinen Ermittler Allmen. „Ein und Alles“ ist am 21. Oktober 2026 bei Diogenes erschienen. Suter selbst nennt das Buch „einen Krimi und eine Liebesgeschichte“. Auf der SPIEGEL-Bestsellerliste ist es neu auf Platz 5 eingestiegen. Darum geht es, und für wen sich das Buch lohnt.

Worum es geht

Sascha kommt eines Abends nicht von der Arbeit nach Hause. Am nächsten Morgen steht die Polizei vor der Tür: Bei seinem Arbeitgeber fehlt eine große Summe Geld, und Sascha gilt als Verdächtiger. Alle glauben, er habe sich mit dem Geld abgesetzt. Nur seine Frau Mila nicht. Sie ist sicher, dass ihm etwas zugestoßen ist und dass er nicht weit weg sein kann.

Dann geschehen seltsame Dinge. Mila hört im Treppenhaus seine Schritte und seine Schlüssel, doch wenn sie die Tür öffnet, ist niemand da. Sie träumt von ihm, lang verschwundene Gegenstände tauchen wieder auf. Also beginnt sie selbst zu suchen, während die Staatsanwaltschaft inzwischen auch sie verdächtigt. Der Verlag fasst es in einem Satz zusammen: „Alle haben aufgehört, ihn zu suchen. Nur sie nicht.“

Krimi mit einer großen Frage

Was „Ein und Alles“ von einem gewöhnlichen Vermisstenkrimi unterscheidet: Milas Suche führt sie, so der Verlag, „in die verwirrenden Sphären des Bewusstseins“. Den Anstoß dafür gab Suter eine Theorie des Physikers Federico Faggin über das Bewusstsein. Suter hat ihn im Juni 2025 getroffen. Esoterisch soll das Buch trotzdem nicht werden. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte er: „Ich wollte weder etwas Wissenschaftliches noch etwas Esoterisches schreiben.“

Ein persönlicher Hintergrund schwingt mit: Suters Frau Margrith ist 2023 gestorben. Eine Botschaft will er mit dem Roman nicht verkünden. Der Nachrichtenagentur dpa sagte er: „Ich habe keine Botschaft, aber wenn es trotzdem nachwirkt, habe ich natürlich gar nichts dagegen.“

Was die Kritik sagt

Beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF fiel das Urteil deutlich aus. Literaturredaktorin Annette König überschrieb ihre Besprechung mit „Endlich! Martin Suter schreibt sich zurück zur Bestform“. Sie lobt den klaren, trockenen Stil und Wendungen, die man kaum kommen sieht. Was Suter aus der Ausgangslage mache, „verschlingt man in einem Zug“. Kritischer sieht sie die Passagen, in denen ein Professor das Bewusstsein erklärt: Die Erklärungen machen die Sache aus ihrer Sicht nicht klarer. Auch die Figuren blieben emotional auf Abstand, Milas Patentante etwa wirke „seltsam unterkühlt“. Unterm Strich überwiegt aber klar die Begeisterung.

Für wen ist das Buch?

„Ein und Alles“ passt zu dir, wenn du Krimis magst, bei denen es um mehr geht als um die Frage, wer es war. Die Geschichte ist abgeschlossen und gehört nicht zur Allmen-Reihe. Du kannst also auch ohne Vorwissen einsteigen, wenn du Suter noch nie gelesen hast.

Das Buch hat rund 300 Seiten und ist als gebundene Ausgabe bei Diogenes erschienen.

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Martin Suter live

Zum neuen Roman geht Suter seit Anfang November auf Premieren-Tournee, unter anderem nach München, Berlin, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und Köln. Laut Suter ist das „mehr eine Inszenierung als eine Lesung“: Eine Schauspielerin liest szenisch aus dem Roman, danach spricht Suter mit einer Moderatorin oder einem Moderator. In Wien macht die Tour am 30. Januar im Mozartsaal des Konzerthauses Station, dort lesen Mavie Hörbiger und Dirk Stermann. Wer lieber zu Hause bleibt: Ein Abend mit dem Buch auf dem Sofa geht natürlich auch.

Über den Autor

Martin Suter wurde 1948 in Zürich geboren und arbeitete lange als Werbetexter und Creative Director, bevor er sich 1991 ganz aufs Schreiben verlegte. Mit „Small World“ gelang ihm 1997 der Durchbruch. Bekannt sind außerdem „Der letzte Weynfeldt“, „Der Koch“ und seine Krimireihe um Allmen, die inzwischen sieben Bände umfasst. Suter lebt mit seiner Tochter in Zürich.

Quellen

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